HERZLICH WILLKOMMEN IN ST. JAKOB
 
 
DIE KREUZIGUNGSGRUPPE

Lebensgroß trauern Maria und Johannes links und rechts unter einem schlichten modernen Kruzifixus über dem Zwölfboten-Altar im Langschiff. Unbeschreiblicher Schmerz zeichnet ihre Gesichter.
„Weib, siehe das ist dein Sohn“ hat der Gekreuzigte zu seiner Mutter gesagt und zu dem Jünger, den er lieb hatte „Siehe, das ist deine Mutter“. Noch steht jeder von ihnen allein da mit seinem Leid, aber in der großen Ähnlichkeit der Gesichter deutet der Bildschnitzer die beginnende Mutter-Sohn-Beziehung schon an.

Die beiden sog. Assistenzfiguren stammen aus der Werkstatt des Veit Stoß d.Ä. etwa um 1507. Sie sind aus Lindenholz geschnitzt und vergoldet. Ihr früherer Standort ist unbekannt, der dazugehörige Christus nicht erhalten oder in unbekanntem Besitz. Möglicherweise gehörten sie einmal zu einer Kreuzigungsgruppe, die bis 1824 auf einem Schwibbogen im Chor der Jakoskirche stand.

Die 1,65 m hohen Figuren könnten aber auch in der 1817 abgebrochenen Salvatorkirche des ehemaligen Karmeliterklosters gewesen sein. Zweimal wurden sie unsachgemäß mit Ölfarbe überstrichen, was in den 30er-Jahren im Germanischen Nationalmuseum wieder entfernt wurde. Dabei ist ein Teil des über die Standfläche herabfallenden Gewandsaums der Maria grob abgesägt worden.

Von 1952 bis 1965 standen die Figuren dann bei einem Orginal Veit Stoß-Kruzifixus auf dem Hochaltar der Lorenzkirche, dann kehrten sie in die Jakobskirche zurück.

Das moderne Kreuz mit der Christusfigur ist erst zehn Jahre später dazu gekommen.

Der Münchner Bildhauer Karl von Lilien-Waldau hat es 1933 für die Marienkirche in Danzig geschaffen, wo es aber nie aufgestellt wurde. 1975 kam es durch die Initiative der Tochter des Künstlers, Renata von Lilien-Magnussen, und des damaligen Pfarrers Leitner nach St. Jakob. Es ist aus Eichenholz geschnitzt, das 400 Jahre lang im Wasser gelegen und als Welle eines Mühlrads gedient hat. Holz, das 400 Jahre gearbeitet hat, vom Wasser ausgelaugt und durch die zahllosen Umdrehungen beansprucht war. Und das nun einen neuen Sinn erhielt, als der Künstler den Korpus daraus formte. Er selbst sagt dazu:

Das Holz, aus dem ich den Erlöser schnitt,
war einst die Welle einer alten Mühle
und half so bereiten das täglich Brot.
Des Himmels Brot ist dein Wort allein, o Herr,
gegen der Seele Not.