HERZLICH WILLKOMMEN IN ST. JAKOB
 
 
oder „Jenseits des Weißen Turmes":
DIE DEUTSCHORDENSKIRCHE

 1190 –  in Akkon, einer Hafenstadt bei Jerusalem im Heiligen Land wird eine Bruderschaft gegründet, die „Brüder des Deutschen Hauses Mariens“, die sich der Pflege der an Leib und Seele schwer verwundeten Kreuzritter widmen. Die Jungfrau Maria, die Heilige Elisabeth und der Heilige Georg werden ihre Schutzpatrone. Bald entsteht daraus eine Ordensgemeinschaft, die sich „Deutscher Ritterorden“ nennt. Ihm gehören Geistliche und Adelige aus Familien an, die ihre Deutschstämmigkeit bis ins 15. Glied zurück verfolgen können. Armut, Keuschheit und Gehorsam müssen die jungen Ritter bei der Aufnahme, der „Investitur“ geloben. Aber sie sind keine Mönche, sondern „Konventsherren“, die sich frei bewegen können.

Bald entstehen im deutschsprachigen Raum sog. Balleien und Komtureien. Die berühmteste Niederlassung ist die Marienburg in Ostpreußen. In Nürnberg siedelt sich der Deutsche Orden Anfang des 13. Jahrhunderts. Am 20. Februar 1209 vermacht Kaiser Otto IV. dem Deutschen Ritterorden die Jakobskirche als Geschenk. Dass gerade auf den Thron gekommene Herrscher das ihnen anvertraute Königsgut freigebig verschenkten, um sich Verbündete zu sichern, war im Mittelalter (heute auch?) üblich. Damit siedelt sich der Deutsche Orden in Nürnberg an. Erstmalig wird hier die Jakobskirche urkundlich erwähnt und taucht aus dem Dunkel der Geschichte auf.

Die Aufschwörschilde der Deutschordensritter aus dem 14. bis 16. Jh. sind bemerkenswert. Sie wurden beim Eintritt in den Orden gestiftet und zeigen Wappen, Namen und das Eintrittsjahr der Novizen.